Die Psychologie des Aufschiebens: Warum wir Dinge verschieben, obwohl wir es besser wissen
Aufschieben ist kein Zeichen von Faulheit – es ist ein psychologisches Muster, das fast jeden Menschen betrifft.
Wir alle kennen Situationen, in denen wir eine Aufgabe eigentlich erledigen müssten, sie aber immer weiter nach hinten schieben. Stattdessen machen wir Dinge, die weniger wichtig sind, aber sich im Moment angenehmer anfühlen. Dieses Verhalten nennt man Prokrastination – und es hat klare Ursachen.
Warum wir aufschieben
Aufschieben entsteht nicht, weil wir etwas nicht können oder nicht wollen. Es entsteht, weil unser Gehirn kurzfristige Belohnungen bevorzugt. Die unangenehme Aufgabe fühlt sich schwer an, die Alternative leicht – und schon ist die Entscheidung gefallen.
- Unangenehme Aufgaben erzeugen Stress oder Widerstand.
- Angenehme Ablenkungen geben sofort ein gutes Gefühl.
- Unser Gehirn wählt fast immer die Option mit der schnelleren Belohnung.
Das bedeutet: Prokrastination ist ein biologisches Muster, kein persönliches Versagen.
Die häufigsten Gründe für Prokrastination
Es gibt mehrere typische Auslöser, die dazu führen, dass wir Dinge verschieben:
- Perfektionismus: Die Angst, etwas nicht perfekt zu machen.
- Überforderung: Die Aufgabe wirkt zu groß oder zu komplex.
- Fehlende Struktur: Man weiß nicht, wo man anfangen soll.
- Emotionale Blockaden: Stress, Müdigkeit oder schlechte Stimmung.
- Belohnungsaufschub: Die Aufgabe bringt erst später ein gutes Gefühl.
Je mehr dieser Faktoren zusammenkommen, desto stärker wird das Aufschieben.
Wie man das Aufschieben durchbricht
Die gute Nachricht: Prokrastination lässt sich beeinflussen. Nicht durch Druck, sondern durch kleine Veränderungen im Denken und Handeln.
- Kleine Schritte: Große Aufgaben in Mini‑Aufgaben zerlegen.
- Starten statt planen: Der erste Schritt ist wichtiger als der perfekte Plan.
- Belohnungen einbauen: Kleine Erfolge sofort feiern.
- Ablenkungen reduzieren: Handy weg, Browser‑Tabs schließen.
- Realistische Erwartungen: Gut ist besser als perfekt.
Schon ein einziger kleiner Anfang kann das ganze Muster verändern.
Warum Aufschieben manchmal sogar sinnvoll ist
Interessanterweise ist Prokrastination nicht immer schlecht. Manchmal brauchen wir Zeit, um Gedanken zu sortieren oder kreative Lösungen zu finden. Das Problem entsteht erst, wenn das Aufschieben zur Gewohnheit wird.
Wenn wir verstehen, warum wir etwas verschieben, können wir bewusster entscheiden – und das Gefühl von Kontrolle zurückgewinnen.
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Weitere Perspektiven im System
- Wer – Rollen, Menschen, Verantwortung
- Was – Begriffe, Inhalte, Bedeutungen
- Warum – Ursachen, Motive, Hintergründe
- Wie – Wege, Methoden, Prozesse
- Wo – Orte, Räume, Kontexte
- Wann – Zeitpunkte, Phasen, Entwicklung
- Womit – Mittel, Werkzeuge, Ressourcen
- Wodurch – Auslöser, Mechanismen, Dynamiken
- Wozu – Ziele, Nutzen, Sinn