Warum wir uns an Fehler stärker erinnern als an Erfolge
Ein kleiner Fehler kann uns tagelang beschäftigen – während große Erfolge oft schnell verblassen.
Dieses Phänomen ist tief in unserer Psychologie verankert. Unser Gehirn bewertet Fehler und negative Erfahrungen anders als positive. Das führt dazu, dass wir uns an Fehltritte, Missgeschicke oder Rückschläge viel intensiver erinnern.
Der Negativity Bias – warum Fehler dominieren
Unser Gehirn ist darauf programmiert, negative Informationen stärker zu gewichten. Dieses Prinzip nennt man Negativity Bias.
- Fehler könnten früher lebensbedrohlich sein.
- Negative Erfahrungen sollen uns schützen.
- Das Gehirn speichert sie tiefer als positive Erlebnisse.
Deshalb bleibt ein Fehler oft länger im Gedächtnis als ein Erfolg.
Warum Fehler emotional stärker wirken
Fehler lösen oft intensive Gefühle aus:
- Scham,
- Angst,
- Unsicherheit,
- Selbstkritik.
Emotionen sind der stärkste Verstärker für Erinnerungen – je intensiver, desto tiefer die Speicherung.
Warum Erfolge schnell verblassen
Erfolge fühlen sich gut an – aber sie lösen selten dieselbe Intensität aus wie Fehler.
- Positive Gefühle sind oft sanfter.
- Wir gewöhnen uns an Erfolg.
- Wir setzen neue Ziele und vergessen das Erreichte.
Das Gehirn bewertet Erfolge als „normal“ – und speichert sie weniger tief.
Warum wir über Fehler grübeln
Viele Menschen denken wieder und wieder über Fehler nach. Das nennt man Rumination.
- Das Gehirn sucht nach Lösungen.
- Es versucht, zukünftige Fehler zu vermeiden.
- Es verstärkt die Erinnerung durch Wiederholung.
So wird ein kleiner Fehler schnell zu einer großen mentalen Last.
Warum wir Erfolge oft kleinreden
Viele Menschen haben die Tendenz, ihre Erfolge zu unterschätzen.
- Perfektionismus – „Es hätte besser sein können.“
- Vergleichsdenken – „Andere sind besser.“
- Bescheidenheit – Erfolge werden heruntergespielt.
Dadurch verlieren Erfolge an emotionaler Wirkung.
Wie man Fehler und Erfolge besser ausbalanciert
Es gibt Wege, um ein gesünderes Verhältnis zu schaffen:
- Erfolge bewusst feiern – auch kleine.
- Fehler als Lernchance sehen statt als Katastrophe.
- Selbstmitgefühl üben – niemand ist perfekt.
- Positive Erlebnisse festhalten – z. B. in einem Erfolgsjournal.
So entsteht ein ausgewogeneres und freundlicheres Selbstbild.
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Weitere Perspektiven im System
- Wer – Rollen, Menschen, Verantwortung
- Was – Begriffe, Inhalte, Bedeutungen
- Warum – Ursachen, Motive, Hintergründe
- Wie – Wege, Methoden, Prozesse
- Wo – Orte, Räume, Kontexte
- Wann – Zeitpunkte, Phasen, Entwicklung
- Womit – Mittel, Werkzeuge, Ressourcen
- Wodurch – Auslöser, Mechanismen, Dynamiken
- Wozu – Ziele, Nutzen, Sinn