Warum wir uns selbst schlechter einschätzen als andere
Viele Menschen sind zu sich selbst strenger als zu jedem anderen – und das hat tiefere Gründe, als man denkt.
Ob Aussehen, Fähigkeiten oder Entscheidungen: Wir beurteilen uns selbst oft härter, kritischer und unnachsichtiger als andere Menschen. Dieses Phänomen ist weit verbreitet und hat viel mit Psychologie, Wahrnehmung und Selbstschutz zu tun.
Warum wir unsere Schwächen stärker sehen
Wir erleben unser eigenes Leben von innen – mit allen Fehlern, Zweifeln und Unsicherheiten. Bei anderen sehen wir dagegen nur die Oberfläche.
- Wir kennen unsere eigenen Fehler viel genauer.
- Wir sehen unsere Unsicherheiten, die andere nicht bemerken.
- Wir vergleichen unser Inneres mit dem Äußeren anderer.
Das führt zu einer verzerrten Selbstwahrnehmung.
Der „Innere Kritiker“
Jeder Mensch hat eine innere Stimme, die bewertet, kommentiert und kritisiert. Bei manchen ist sie leise – bei anderen sehr laut.
- Er schützt uns vor Fehlern.
- Er warnt uns vor Risiken.
- Er hält uns zurück, wenn er zu stark wird.
Dieser innere Kritiker meint es gut – aber er übertreibt oft.
Warum wir anderen mehr zutrauen
Bei anderen Menschen sehen wir vor allem ihre Stärken:
- Selbstbewusstsein wirkt stärker, als es ist.
- Erfolge sind sichtbar.
- Fehler werden weniger wahrgenommen.
Wir sehen nur das Ergebnis – nicht den inneren Kampf dahinter.
Der Vergleichsfehler
Wir vergleichen uns ständig – aber unfair:
- Wir vergleichen unsere Schwächen mit den Stärken anderer.
- Wir vergleichen unsere Zweifel mit ihrem Selbstbewusstsein.
- Wir vergleichen unser echtes Leben mit ihrer Außendarstellung.
Kein Wunder, dass wir schlechter abschneiden.
Warum wir uns selbst unterschätzen
Es gibt mehrere psychologische Gründe dafür:
- Selbstschutz: Niedrige Erwartungen verhindern Enttäuschungen.
- Perfektionismus: Wir setzen unrealistische Maßstäbe.
- Erfahrungen: Negative Erlebnisse prägen stärker als positive.
- Soziale Vergleiche: Wir sehen nur das Beste der anderen.
Diese Faktoren führen dazu, dass wir uns selbst oft kleiner machen, als wir sind.
Wie man lernt, sich realistischer zu sehen
Es gibt Wege, die eigene Wahrnehmung zu verbessern:
- Selbstmitgefühl üben: Mit sich selbst sprechen wie mit einem Freund.
- Erfolge bewusst wahrnehmen: Kleine Fortschritte zählen.
- Vergleiche reduzieren: Jeder hat seinen eigenen Weg.
- Realistische Erwartungen: Perfektion ist unmöglich.
Wer sich selbst fairer behandelt, lebt entspannter und selbstbewusster.
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Weitere Perspektiven im System
- Wer – Rollen, Menschen, Verantwortung
- Was – Begriffe, Inhalte, Bedeutungen
- Warum – Ursachen, Motive, Hintergründe
- Wie – Wege, Methoden, Prozesse
- Wo – Orte, Räume, Kontexte
- Wann – Zeitpunkte, Phasen, Entwicklung
- Womit – Mittel, Werkzeuge, Ressourcen
- Wodurch – Auslöser, Mechanismen, Dynamiken
- Wozu – Ziele, Nutzen, Sinn